Stark vereinfachte Schemata ohne korrigierende Brillengläser; keine maßstäbliche Darstellung des Auges.
Kurzsichtigkeit Der Brennpunkt liegt vor der Netzhaut.Weitsichtigkeit Ohne Ausgleich läge der Brennpunkt hinter der Netzhaut.Astigmatismus Unterschiedliche Brechkraft je Richtung: kein gemeinsamer punktförmiger Fokus.
Die wichtigsten Begriffe
Myopie – Kurzsichtigkeit
Entfernte Dinge erscheinen unscharf. Die Korrektur erfolgt mit Minusgläsern. Wie gut die Nähe ohne Brille gesehen wird, hängt unter anderem von der Stärke der Kurzsichtigkeit ab.
Hyperopie – Weitsichtigkeit
Die Brechkraft des Auges reicht im Verhältnis zu seiner Länge nicht aus. Jüngere Menschen können dies teilweise durch Scharfstellen ausgleichen. Naharbeit kann dadurch anstrengend sein; auch die Ferne kann unscharf werden. Korrigiert wird mit Plusgläsern.
Astigmatismus – Stabsichtigkeit
Die Brechkraft unterscheidet sich je nach Richtung. Häufig hängt dies mit der Form der Hornhaut zusammen; deshalb spricht man auch von Hornhautverkrümmung. Ein Zylinderwert und eine Achsangabe beschreiben die Korrektur. Astigmatismus kann gemeinsam mit Kurz- oder Weitsichtigkeit auftreten.
Presbyopie – Alterssichtigkeit
Mit zunehmendem Alter lässt die Fähigkeit nach, auf nahe Dinge scharfzustellen. Das ist etwas anderes als Hyperopie. Eine Lese-, Gleitsicht- oder Arbeitsplatzbrille kann je nach Sehaufgabe unterstützen.
Warum kann mehr als eine Brille sinnvoll sein?
Eine Alltagsbrille muss viele Situationen abdecken. Eine zusätzliche Brille kann gezielt für bestimmte Entfernungen oder Tätigkeiten ausgelegt werden. Nicht jeder braucht mehrere Brillen – entscheidend sind Ihre Sehaufgaben.
Gleitsicht: Nähe, mittlere Entfernungen und Ferne in einer Brille.
Arbeitsplatzbrille: auf Bildschirm und Arbeitsentfernungen ausgerichtete Sehbereiche. Auch mit Gleitsicht kann Bildschirmarbeit möglich sein; eine Arbeitsplatzbrille kann bei längerer Nutzung mehr Komfort bieten. Sie ersetzt keine Fernbrille fürs Autofahren.
Sonnenbrille mit Sehstärke: passende Korrektur zusammen mit einer für den Einsatz geeigneten Tönung und UV-Schutz.
Reservebrille: eine praktische Absicherung bei Verlust oder Reparatur.
So können Werte auf einer Verordnung oder einem Brillenpass aussehen. Die Darstellung ist schematisch, alle Zahlen sind erfunden – keine gültige Verordnung.
MUSTER · fiktive Fernwerte mit Nahzusatz · Erläuterungen unter der Tabelle
Auge
Sphäre
Zylinder
Achse
Addition
R
−2,00 dpt
−0,75 dpt
90°
+1,50 dpt
L
−1,50 dpt
−0,50 dpt
80°
+1,50 dpt
R / L
Rechtes und linkes Auge aus Ihrer Sicht.
SPH / Sphäre
Grundwert der Korrektur in Dioptrien. Minus steht typischerweise für Kurzsichtigkeit, Plus für Weitsichtigkeit.
CYL / ZYL und Achse
Zylinderstärke und Ausrichtung der Astigmatismuskorrektur. Zylinder können in Plus- oder Minusschreibweise angegeben sein; unterschiedliche Schreibweisen lassen sich nicht anhand einer einzelnen Zahl vergleichen.
ADD / Addition
Zusätzliche Pluswirkung für die Nähe bezogen auf den Fernwert.
Weitere Angaben
Prisma und Basis beschreiben gegebenenfalls eine prismatische Korrektur. PD bezeichnet den Pupillenabstand und steht häufig im Brillenpass oder in den Anpassdaten. Visus bezeichnet die Sehschärfe und ist keine Dioptrienzahl.
So sieht eine Sehhilfenverordnung aus. Das Muster verwendet eigene, frei erfundene Beispielwerte; sie unterscheiden sich von der Tabelle oben.
Muster einer Sehhilfenverordnung · Alle Angaben und Werte sind frei erfunden. Nicht zur Einlösung. Zum Vergrößern das Bild öffnen.
Die Abkürzungen erklären wir direkt über dem Bild. Welche Voraussetzungen für eine Kassenleistung gelten, finden Sie unter Rezept & Krankenkasse.
Ein Brillenpass dokumentiert Werte, ersetzt aber nicht automatisch eine ärztliche Verordnung für die Krankenkasse. Wir erklären Ihnen Ihre Unterlagen gerne persönlich.
Auch das Ausstellungsdatum ist wichtig: Kassenverordnungen haben eine Frist für den Versorgungsbeginn. Bringen Sie Ihr Rezept deshalb zeitnah mit. Rezeptgültigkeit und 28-Tage-Frist erklärt ↗